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  • Bild Titel: Die Hoffnung stirbt zuletzt...
    Autor: Schrotti
    Verfasst am: Di 30. Mai 2017, 05:00
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Geburtstage

Heute hat kein Mitglied Geburtstag Geburtstage in den nächsten 7 Tagen: King Julian (55), christiane, blackmungo (40)

Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Hier könnt Ihr Euch vorstellen und etwas von Euch erzählen z.B. ob Ihr Betroffene, Angehörige seid oder einfach so interessiert seid, etwas über Hämochromatose zu erfahren

Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Beitragvon Daniel1983 » So 21. Jan 2018, 12:35

Hallo liebes Forum,

ich bin neu in diesem Forum und nach der aktuellen Lage habe ich keine typische HH. Fangen wir mal von vorne an: ich heiße Daniel, bin 34 Jahre alt, sportlich, Familienvater zweier wunderbarer Töchter und glücklich verheiratet. Alkohol trinke ich äußerst selten. (abgesehen von einer Sturm und Drang Phase im Alter von 18 bis ca 21) 2015 fiel im Zuge eines Nierensteins, daraus resultierenden Nierenkoliken mit Übernachtung im Krankenhaus zufällig schlechte Leberwerte auf. Ich ließ mich im Anschluss bei mehreren Ärzten testen – keine Hepatitis und heterozygot bei C282Y und H63D. (Kein Eisen eingelagert) Trotzdem erhöhte Blutwerte: Ferritin 736 ug/l, Transferrin 188 mg/dl, Transferrin Sättigung 60%, GPT 103 U/l, GOT 46 U/l.

Morgen habe ich meinen dritten Aderlass. Geplant sind 4 Aderlässe (zu 500 ml) und danach das prüfen der Blutwerte. Etwas unzufrieden bin ich ja schon, dass ich keine astreine Diagnose bekommen habe – aber der Vorteil dürfte sein, dass wenn ich normale Werte habe, dass ich dann tatsächlich zum Blutspenden gehen darf, zumindest sagt das der Hausarzt. Es liegt ja nichts wirklich „Konkretes“ (im Sinne einer homozygotie) vor, außer das mein Körper wie es scheint Latent dazu neigt zu viel Eisen einzuspeichern.

Der erste Aderlass war schon was: ich fühlte mich als ob ich getrunken hätte. Schlapp und gleichzeitig hätte ich keine Denksportaufgaben lösen können, weil ich mich ein wenig seltsam im Kopf fühlte. Beim zweiten Mal war ich nur etwas Schlapp aber deutlich besser im Kopf. Wobei ich noch immer nicht dazu neigen würde mir verantwortungsvolle Denkaufgaben in diesem Zustand zu geben... :-)

Ich bin gespannt wie meine Blutwerte nach dem vierten Aderlass sind.

Weiß jemand von Euch zufällig, ob tatsächlich nichts gegen eine Blutspende spricht? Ich habe gelesen, dass jemand eine eindeutige HH hat oftmals nicht spenden darf. Ist das überall so? (also ist das irgendwie von Bundesland zu Bundesland verschieden?) Wird das tatsächlich an der Hämochromatose festgemacht – also das Ausschlusskriterium?

Herzliche Grüße
Daniel

Die lange Fassung für diejenigen, den es ganz genau interessiert:
2015 lieferte ich mich selbst stehend im Krankenhaus mit Nierenkoliken ein. Im Zuge der Untersuchung wurde auch ein Blutbild gemacht und erhöhte Leberwerte festgestellt. Die Standardfragen nach „Nehmen Sie Medikamente oder haben Sie kürzlich Alkohol getrunken“ konnte ich verneinen. Ich erinnerte mich aber, dass mein Hausarzt bei einer Blutuntersuchung im Jahr zuvor schon mal leichter erhöhte Leberwerte festgestellt und dass für sich selbst mit „vielleicht hast Du ein paar Tage zuvor ein paar Gläser Wein getrunken“ erklärt hat. Für mich war das absurd, weil ich während der ersten Schwangerschaft und Stillphase meiner Frau Alkoholabstinent war. Fiel mir ehrlich gesagt nicht sonderlich schwer, weil ich eh nie viel getrunken habe. Seither beschränkt sich was trinken auf einmal „mal im Urlaub“. (es reicht als Anlass nicht mal Weihnachten, Geburtstag oder Silvester um mich zum Trinken zu bewegen...) Mir waren die leicht erhöhten Leberwerte egal, weil ich mir gedacht habe, dass mir eh nichts fehlt. Aber 2015 eben mit Nierenkoliken und einer äußerst ambitionierten Ärztin im Krankenhaus sah die Sache schon anders aus. Sie meinte, dass es nicht hinnehmbar sei, dass ein junger, sonst gesunder Mann in dem Alter erhöhte Leberwerte hat. Ein Chefarzt besuchte mich und schrieb eine Handlungsempfehlung für meinen Hausarzt auf um abzuklären was mir denn fehlen könnte. Mit dieser Liste marschierte ich dann zum Hausarzt. Der nahm ein etwas größeres Blutbild als sonst: Ferritin 812 ug/l, Transferrin 192 mg/dl, Transferrin-Sättigung 62%, GPT 124 U/l, GOT 53 U/l. Er überwies mich zu einem Leberspezialisten. Dieser Leberspezialist prüfte alle möglichen Dinge: Hepatitis negativ, C282Y-Mutation heterozygot, H63D-Mutation heterozygot. Als nächstes Schlug er eine Leberbiopsie vor um die Einlagerung von Eisen in der Leber bestätigen bzw. ausschließen zu können. Mir sind invasive Eingriffe ein Gräuel, wenn es Alternativen gibt. Auf der Suche nach Alternativen zur Biopsie stieß ich auf ein MRT mit Ferriscan. (das durfte ich privat bezahlen – war gar nicht mal so günstig: ca 1.300,00 Euro) Ergebnis: kein Eisen in der Leber eingelagert. Mit diesem Ergebnis riet der Leberspezialist erneut zur Leberbiopsie. Nach Wochen ungewisser Diagnostik war ich etwas verärgert. Mein Hausarzt hatte keine wirkliche Kompetenz auf dem Gebiet (und auch gar kein so großes Interesse sich das anzueignen) und dem Leberspezialisten war es ein Bedürfnis in meine Leber zu stechen. Dann noch der Gen-Test der eigentlich nicht auf eine astreine Hämochromatose hinwies. Die Blutwerte auf der anderen drückten eben schon eine Eisenüberladung des Blutes aus. Ich resignierte und dachte, dass es vielleicht an meiner Selbständigkeit lag – weil ich so viel gearbeitet habe aß ich für meinen Geschmack etwas zu häufig Fast-Food und bewegte mich zu wenig. (Höchstens mal am Wochenende eine Bergtour) Ich beschloss für mich persönlich, dass ich vielleicht eine nicht alkoholische Fettleber habe und fing mich wieder ausgewogen zu ernähren und auch unter der Woche Sport zu treiben.

Meine Frau war damit gar nicht mal so glücklich und vermutete jedes Mal wenn ich mich bei meinen Kindern (gehen in den Kindergarten und Kinderkrippe) angesteckt habe, dass ich in Wirklichkeit Todkrank bin. Als ich mich also Ende 2017 mit einer Erkältung angesteckt habe drängte sie mich erneut dazu ein großes Blutbild zu machen. Mein Hausarzt schimpfte mich, dass ich 2 Jahre lang nichts wegen der (in seinen Augen gesicherten) Hämochromatose unternommen habe, machte ein erneutes Blutbild und überwies mich wieder an den Leberspezialisten. Meine Blutwerte verbesserten sich leicht: Ferritin 736 ug/l, Transferrin 188 mg/dl, Transferrin Sättigung 60%, GPT 103 U/l, GOT 46 U/l. Ich wusste schon, dass der Leberspezialist mir wieder erzählen wird, dass er eine Leberbiopsie machen will. Ich suchte nach dem Chefarzt aus dem Krankenhaus, der einen äußerst kompetenten und vertrauenswürdigen Eindruck 2015 auf mich hinterlassen hatte. Leider inzwischen im Ruhestand aber ein Arbeitstier, dass für ein paar Tage in einer Praxis im Ort als Spezialist zur Verfügung stand. (für Selbstzahler) Hätte er mir geraten, dass ich eine Leberbiopsie machen soll, so hätte ich die auch machen lassen. Er fand meine Werte hochinteressant, vor allem weil sie außergewöhnlich seien und er vor kurzem auf einem Kongress gewesen ist, wo es um heterozygote mit Eisenüberladung ging. Sein Vorschlag war (neben einem weiteren Bluttest bei dem es um JAK2 ging (negativ)) mit dem Aderlass zu beginnen (2 x 300 ml im Abstand von 2 Wochen) um die Blutwerte zu normalisieren. Der Hausarzt macht jetzt den Aderlass. Allerdings macht mein Hausarzt 4 Aderlässe zu 500 ml. Mir ist es egal – ich will einfach nur normale Laborwerte haben.
Daniel1983
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Re: Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Beitragvon Daniel1983 » So 21. Jan 2018, 14:41

Ich habe gerade Teile des Threads "Blutspenden" insbesondere zwei der verlinkten Dokumente zum Thema Blutspende für Hämochromatose Patienten gelesen.

http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re8VKbKsK16ws/PDF/20V8Afsxm4S9.pdf
http://www.agtf.de/fileadmin/user_upload/Redakteur/Fortbildungen/Kassel_Vortrag_2015/15-02-28_Denzer-Haemochromatose_und_blutspenden.pdf

Dazu eine Frage:

Verstehe ich richtig, dass die Blutspende bei Blutwerten im Normbereich eigentlich unbedenklich wäre? Sprich: darf ich spenden wenn ich die Aderlässe hinter mir habe? Kann man mit doppelter heterozygotie (wie bei mir) doch von einer "normalen" Hämochromatose ausgehen?

Herzlichen Dank im Voraus und einen schönen Sonntag
Daniel
Daniel1983
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Re: Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Beitragvon Lia » Mi 24. Jan 2018, 00:56

Hallo Daniel,

herzlich willkommen im Forum :winke

Was die Diagnostik angeht, gilt bei kombinierter Heterozygotie C282Y mit H63D und erhöhten Eisenlaborparametern eine genetische Hämochromatose als gesichert.
Die Eisenüberladung ist gegenüber C282Y homozygot allerdings meist milde ausgeprägt und es sollten bei einer kombinierten Heterozygotie mit hohem Ferritin immer auch andere Ursachen für eine Ferritinerhöhung in Betracht gezogen werden (Streng genommen auch bei C282Y Homozygotie -Krasses Beispiel: bei einer 18 jährigen C282Y homozygoten Frau mit starker Monatsblutung (=monatl. Eisenverlust) mit Ferritin von 9000 ng/ml müsste man an weitere, ganz andere Ursachen als Hämochromatose-Disposition denken, um nicht eine richtige Diagnose zu verpassen. Die C282Y-Homozygotie allein würde bei ihr zwar eine deutlich erhöhte Transferrinsättigung erklären und sie hätte vermutlich keinen Eisenmangel oder ein Ferritin im oberen Normbereich, aber eben kein total hohes Ferritin nur dadurch.)

Eine JAK2-Mutation findet man bei chron. myeloproliferativen Neoplasien hauptsächlich bei der Polyzythemia vera. Bei der PV sind aber andere Blutwerte auffällig. Hämatokrit erhöht (auch bei Eisenüberladung kann eine leicht erhöhte Blutzähigkeit vorkommen) Was hat den Arzt veranlasst, eine PV ausschließen zu wollen? Wie sehen bei Dir andere Blutwerte aus? Hämoglobin hoch? Leukozyten, Thrombozyten? Bei der Polyzythemia vera sind Serumeisen und Serumferritin typischerweise erniedrigt und nicht erhöht. Eine genetische Hämochromatose-Neigung kann aber bei der PV die Tendenz zu Eisenmangel ausgleichen. Einzige wirkliche Gemeinsamkeit dieser beiden Erkrankungen ist die Aderlasstherapie - und vielleicht noch, dass bei hohen Eisenspeichern auch ein - im Gegensatz zur PV nur wenig- erhöhtes Hämatokrit vorliegen kann. Leukämien können erhöhtes Ferritin machen, aber auch da gibt es andere Symptome und Blutwerte, anhand derer man Hinweise auf das Vorliegen einer solchen Erkrankung bekommt, da gibt es also diverse Auffälligkeiten im Blutbild (nicht nur Ferritin/ Leberwerte) und sie sind sehr selten.

Meist steigt bei unbehandelter genetischer Eisenüberladung das Ferritin langsam immer weiter an. Bei Dir aber besteht keine deutliches Ansteigen des Ferritins über die Zeitspanne, in der die Ferritinwerte gemessen wurden. Bei dauerhaft erhöhtem Serumferritin ohne Tendenz zum Ferritinanstieg kann man Verschiedenes vermuten: Evtl keine relevante Eisenüberladung vorhanden bzw es findet keine vermehrte Eisenspeicherung statt oder die Ferritinerhöhung hat eine andere Ursache oder ein Eisenverlust lässt die Eisenreserven nicht weiter ansteigen. (Stetiger kleiner unbemerkter Blutverlust ist nicht so selten, ist meist gastrointestinal bedingt.)
Eine (nicht sehr stark) erhöhte Transferrinsättigung, die zu einem Gentestergebnis C282+H63D kombiniert passt, zeigt eine Neigung zu vermehrter Eisenspeicherung aber durchaus an.
Ferri-Scan zeigte keine Eisenüberladung. Hast Du im Befundbericht "LIC" stehen? =Lebereisenkonzentration. Vielleicht ist sie doch erhöht, aber nicht so hoch, wie bei manifester Hämochromatose mit Organschäden zu finden. Missverständnisse durch unklare Verwendung/ Definition des Begriffs "Hämochromatose" sind von der Ferne des Internets zumindest im Moment nicht auszuschließen und sind nicht selten, so meine Forumserfahrung :wink: .
Anhand vorsichtig vorgenommener Aderlässe kann man eine Eisenüberladung übrigens auch indirekt nachweisen, je nachdem, wie schnell sich der Hb-Wert erholt nach den Aderlässen. Ich hätte mich eher an den Ratschlag des ersten Arztes gehalten, erstmal 2 Aderlässe a 300 ml und dann schauen. Weiss jetzt Deinen Hb-Wert nicht, man sollte ihn gut im Auge behalten, um Anämiesymptome zu vermeiden. Würde jetzt nach dem dritten Aderlass mit 500 ml Blutwerte checken und dann entscheiden anhand Hb und Ferritin, ob ein 4. gemacht wird oder nicht.

Wie war Deine Ernährung über den gesamten Zeitraum? Hast Du nach Deiner Vermutung, Du könntest eine nichtalkoholische Fettleber haben, den Lifestyle dauerhaft geändert (Ernährung,Sport) oder nur kurz? Ich lese doch wieder was von fast food :) Wenn man dauerhaft viel Fastfood isst, kann das zu erhöhten Leberwerten führen und zu einer Fettleber beitragen. Eine Fettleber können auch Leute ohne Übergewicht haben. Wie ist der Blutzucker? Unauffällig?

Zu Deiner Blutspende-Frage: Bei Dir liegt eine genetische Disposition für Eisenüberladung vor und im Moment erhöhtes Ferritin, d.h. Du wirst im Moment nicht zu Blutspende zugelassen. Wenn sich Deine Eisenwerte normalisiert haben, sollte Blutspenden möglich sein, wenn ansonsten die Blutspendevoraussetzungen vorliegen. :wink:

So viel für den Moment,

liebe Grüße

Lia
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Re: Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Beitragvon Daniel1983 » Mi 24. Jan 2018, 14:03

Hallo Lia,

danke für die Willkommensgrüße und danke auch für Deine so ausführliche Antwort!

Zu Deinen Fragen:

LIC hat das Ferryscan schon als Wert zur Verfügung gestellt: 1,2 mg/g dry tissue (NR: 0,17 - 1,8) und 22 mmol/kg dry tissue (NR: 3 - 33)

Den genauen Grund, warum JAK2 getestet wurde, hat weder mein Hausarzt noch ich selbst so richtig verstanden. Die Laborwerte die Du angesprochen hast: HB 16,8 g/dl (NR: 14-18) (2015 lag HB bei 17,5 g/dl) Leuko 9,2 G/l (NR: 4-9) Thrombo 212 G/l (NR: 150-400).

Meine Ernährung bis zum Vorfall Ende 2015 (also meinen Nierenkoliken) war insbesondere Mittags sehr schlecht. Von Mitte 2014 bis Ende 2015 würde ich sagen, dass ich an 3 Tagen der Woche irgendwie Fast Food Mittags gegessen habe. Frühstück normal - Abendessen auch normal. Aber auch Süßgetränke hatte ich Abends gerne getrunken. (Spezi und Cola) Während der ersten Schwangerschaft meiner Frau hab ich auch an Gewicht zugelegt. Ich bin 187 cm groß und wog Spitzenwert 89 kg. Die fielen nach der Schwangerschaft wieder ab, stiegen aber dann während meiner schlechten Ernährungsphase wieder leicht an. Ergänzend dazu die Laborwerte: Glucose 84 mg/dl (NR: - 100) und Chol 173 mg/dl (NR: 45 - 230), HDL 39 mg/dl (NR: 40-72) LDL: 117 mg/dl (NR: 10-155)

Im November 2017 hatte ich dann mit einer Ernährungsumstellung begonnen und angefangen Kalorien zu zählen. Ca. 6 Wochen hatte ich sogar Low-Carb durchgezogen weil ich irgendwo gelesen hatte, dass man damit die Entfettung der Leber unterstützen könne. Inzwischen achte ich aber nur noch auf Kalorien ohne, dass ich Kohlenhydrate besonders meiden würde. (soll heißen eine Kartoffel und ein Brot lasse ich mir ab und an auch mal schmecken... :D) Unterm Strich kann ich aber sagen, dass ich mich (abgesehen davon, dass ich McDonalds und Co. meide) ein bisschen öfter Salat esse als früher und Süßgetränke so gut wie gar nicht mehr trinke. Inzwischen wiege 84,3 kg mit der Tendenz fallend... :wink:

Ich verstehe das alles nicht so richtig. Verstehe ich Dich richtig, dass mit erhöhten Laborwerten hinsichtlich Eisen und der heterozygotie auf beiden Genen die Eisenspeicherkrankheit als gesichert gilt? Und etwas ungewöhnlich ist, dass trotz dieser Tatsache die Eisenwerte von Ende 2015 bis Ende 2017 sogar leicht abgesunken sind. (wo ich von meinem aktuellen Verständnis wahrscheinlich sogar eine Erhöhung vermutet hätte)

Einziger Erklärungsversuch von ungewöhnlichem Blutverlust bei mir als Mann ist mein Hobby. Ich hab Anfang 2016 (auch als Konsequenz von dem Krankenhausaufenthalt) wieder mit Kampfsporttraining angefangen und da komme ich 2 mal wöchentlich mit blauen Flecken übersäten Unterarmen wieder heim. Sofern also der Abtransport von Hämatomen auch den Eisenspeicher reduzieren kann, wäre das eine mögliche Erklärung dafür.

Ich lasse dann kommende Woche statt dem vierten Aderlass meine Laborwerte machen. In welchem Abstand ist es ratsam diese Laborwerte erneut kontrollieren zu lassen?

Sollte ich Deiner Meinung nach noch etwas anderes abklären lassen? Ich bin ja für alles zu haben - ich würde was meine Laborwerte betrifft - einfach gerne nur "den Feind" kennen...

Danke nochmal für Deine Antwort.

Herzliche Grüße und einen schönen Tag
Daniel
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Re: Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Beitragvon Daniel1983 » Fr 26. Jan 2018, 15:03

Hallo zusammen!

Ich kann heute voller Stolz vermelden, dass ich (Stand heute morgen) 83,9 kg schwer bin. Mir haben zwar alle Ärzte gesagt, dass ich keine Fettleber habe - aber ich denke ein bisschen weniger schadet so und so nicht... ;-)

Schönes Wochenende!
Daniel
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Re: Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Beitragvon friisenjung » Di 30. Jan 2018, 01:24

Moin Daniel.
Glückwunsch zu den abgenommenen Kilos in der kurzen Zeit.
Gut gemacht.
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Re: Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Beitragvon Daniel1983 » Do 8. Feb 2018, 10:48

Hallo liebes Forum,

ich habe heute telefonisch einen Teil meiner Blutwerte nach den 4 Aderlässen erfahren.

Beim Ferritin bin ich von 739 ug/l auf 159 ug/l und beim Transferin von 188 mg/dl auf 75 mg/dl. D.h. beim Transferin bin ich jetzt unterhalb des Normbereichs der in diesem Labor bei (200 - 360 mg/dl) liegt. Die anderen Werte weiß ich jetzt nicht - ich weiß nur, dass mein Arzt absolut euphorisch war was meine Laborwerte betroffen hat. Vorschlag seinerseits war, dass ich in 2 Wochen noch einen letzten Aderlass mache und anschießend soll regelmäßig (er meinte alle 4 Wochen) die Werte überprüft werden um zu entscheiden wie häufig der Aderlass gemacht werden muss.

Folgende Fragen beschäftigen mich hierzu:

Frage 1: ist es unproblematisch, dass ich beim Transferin jetzt unterhalb des Normbereichs bin? Oder ist das ein Problem?
Frage 2: Gehen die Leberwerte bei Menschen die eine genetische Disposition zur HH haben und mit Aderlass therapiert worden sind auf normale Werte zurück oder bleiben die leicht erhöht?
Frage 3: ich habe ja wirklich Glück was die Menge meiner Aderlässe betrifft. Ich hab von manchen gelesen, die 56 Aderlässe oder mehr hatten - Wahnsinn wie ihr das durchgestanden habt! - meine Frage hierzu: sind diese regelmäßigen Blutentnahmen eigentlich ein Problem für die Venen oder verheilen die ganz normal und es spielt dann keine Rolle wenn eine Stelle die irgendwann mal zur Blutentnahme verwendet wurde wieder angestochen wird?

Übrigens: mein Gewicht: 83,3 kg... mein "Geheimrezept": keine Süßgetränke mehr und das ein oder andere mal öfter einen Salat. Sonst keine starke Änderung an meinem Lebensstil.

Herzliche Grüße
Daniel
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Re: Vorstellung und Frage zu Blutspenden

Beitragvon Lia » So 11. Feb 2018, 21:58

Hallo Daniel,

herzlichen Glückwunsch zu dem gesunkenen Ferritin! :)
Hatte ja schon mit sowas gerechnet, daher mein Rat bei Dir, jeden einzelnen Aderlass auf seine Sinnhaftigkeit zu prüfen, indem vorab Laborwerte gemessen werden. Du bist jetzt im Ferritin-Normbereich. Bei Menschen mit homozygoter Hämochromatose (C282Y Mutation homozygot) rät man, das Ferritin auf niedrig normal zu senken, aber es gibt letztlich keine evidenzbasierten Erkenntnisse, was genau der ideale Ferritinbereich wäre. Auch für die Compound-Heterozygoten (H63D+C282Y) weiss man das nicht, derzeit lauten konsensbasierte Empfehlungen, dass es bei ihnen wohl ausreicht, das Ferritin in den Normbereich zu senken und nicht in den niedrig-normalen Ferritinbereich- sprich: bei Compound-Heterozygoten ist alles ok, was im Normbereich liegt. Bei Dir wurde keine Eisenüberladung der Leber festgestellt. =>Antwort zu 1: Ich würde mit dem nächsten Aderlass eher etwas abwarten, in z.B. 4 Wochen erneut die Werte checken und dann ggfls noch ein Aderlass. Da Du mit dem Ferritin in einem für Compound-Heterozygoten jetzt bereits in einem Ok- Bereich liegst, ergibt sich für mich bei so einer Konstellation keine Aderlassnotwendigkeit- man könnte abwarten, wie sich die Werte demnächst darstellen, vielleicht sinkt das Ferritin auch ohne Aderlässe bei der nächsten Messung. Hier würde ich vielleicht nochmal mit dem Arzt sprechen unter dem Aspekt, dass Du C282Y/H63D heterozygot bist und nicht C282Y homozygot.

Antwort 2 Hängt davon ab, ob Ferritinerhöhung und Leberwerterhöhung eine gemeinsame Ursache haben.
Wenn die alleinige Ursache für die erhöhten Leberwerte eine Eisenüberladung war und die überschüssigen Eisenspeicher erfolgreich entfernt sind und die Leber noch keine eisenbedingten irreparablen Schäden (Leberzirrhose) hatte, so werden sich die Leberwerte normalisieren und zeigen an, dass sich die Leber wieder vollständig erholt hat. Dies kann eine Weile dauern nach dem letzten Aderlass, bis die Leberwerte wieder normal sind.
Wenn mehrere Faktoren für die erhöhten Leberwerte ursächlich waren z.B. Eisenüberladung und übergewichtsbedingte Fettleber und nur ein Faktor =Eisenüberladung entfernt wurde und noch ein weiterer Faktor weiter fortbesteht (z.B.Übergewicht), so können die Leberwerte weiter erhöht bleiben, bis auch diese Belastung erfolgreich von der Leber genommen wurde.

Antwort 3 Die Leute, die sehr viele Aderlässe machen müssen, können in der Tat ein Problem mit Lebervernarbung bekommen. Es empfiehlt sich ein rotierendes System: für jeden Aderlass eine andere Entnahmestelle zu wählen. Und man sollte bei vielen Aderlässen die individuell kleinste Nadeldicke verwenden. Die dicke Blutspendenadel ist für den therapeutischen Aderlass nicht nötig. Die dicke BLutspendenadel wird gebraucht, damit die roten Blutkörperchen für die Blutspende nicht eingequetscht und somit zerstört = unbrauchbar für die Spende werden. Bei therapeutischen Aderlass ist das wurscht :), das Blut wird weggeworfen. Sinnvoll ist auch, wenn immer der fitteste Piekser der Praxis die Aderlässe vornimmt, ungeübte oder auch unbegabte Piekser müssen mehrfach einstechen, was dann zusätzlich zur Narbenbildung beiträgt. Grundsätzlich kann man eine Stelle, an der schon mal eingestochen wurde, erneut anstechen. Es gibt bestimmte Stellen, die sich gut für einen Venenpunktion eignen. Man kann sehen und tasten, wie sich das Gefäß an der geplanten Stelle für die Blutentnahme eignet, kurzum:
Viele Menschen bekommen wiederholt Blut abgenommen, meist problemlos. Dennoch sollte man bei vielen Blutentnahmen und bei lebenslanger Aderlassnotwendigkeit die Venen möglichst schonend behandeln.

Gratuliere zur Gewichtsabnahme! :) :daumen Diese Colas, Diät-Colas (!) und was es da so an Süßzeug-Getränken mit und ohne Aspartam gibt, die sind richtig ungesund. Machen dick, schüren die Entstehung von Diabetes mellitus Typ2 und einer Fettleber. Habe in meinem Umfeld auch die Erfahrung gemacht: das Weglassen dieser pappigen Getränke kann kleine Wunder wirken :)

Liebe Grüße

Lia
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