Wer ist online?

Insgesamt sind 14 Besucher online: 1 registrierter, 0 unsichtbare und 13 Gäste
Der Besucherrekord liegt bei 144 Besuchern, die am So 22. Sep 2013, 16:04 gleichzeitig online waren.

Mitglieder: Bing [Bot]

basierend auf den aktiven Besuchern der letzten 5 Minuten

Statistik

3 Beiträge


Neuestes öffentliches Bild

  • Bild Titel: Die Hoffnung stirbt zuletzt...
    Autor: Schrotti
    Verfasst am: Di 30. Mai 2017, 05:00
    Betrachtet: 3
    Kommentare: 0

Geburtstage

Heute hat kein Mitglied Geburtstag Geburtstage in den nächsten 7 Tagen: King Julian (55), christiane, blackmungo (40)

Blutwerte

Hier könnt Ihr alles reinschreiben, was mit Eisenüberladung und hereditärer Hämochromatose zu tun hat

Blutwerte

Beitragvon peter2709 » Mo 15. Aug 2016, 09:19

Hallo zusammen,

ich habe vor einem Jahr die Diagnose HC bekommen.

Meine Anfangswerte sahen wie folgt aus:
Eisen: 48 µmol/l
Ferritin: 1896 ng/ml
T-Sättigung: 89%

Nach 27 Aderlässen mit ingesamt abgegebenen 13l Alteisen ;-) sehen die Werte so aus:
Eisen: 41,9 µmol/l
Ferritin: 406 ng/ml
T-Sättigung: 90%

So jetzt meine Frage, mit dem Ferritin bin ich nach den nächsten zwei Aderlässen im Normbereich. Nur das Eisen und die Sättigung wollen nicht wirklich runter. Mein Arzt meinte relevant ist das Ferritin und die anderen Werte können durchaus auf dem hohen Level bleiben und werden evtl. nicht sinken. Könnt ihr das so bestätigen? Mal angenommen das Eisen bleibt so hoch, kann das nicht gesundheitliche Probleme zur Folge haben?

Gruß Peter
peter2709
Frischling
Frischling
 
Beiträge: 2
Registriert: Fr 12. Aug 2016, 11:43

Re: Blutwerte

Beitragvon Lia » Fr 19. Aug 2016, 16:41

Hallo Peter, herzlich willkommen im Forum :winke

Eisen kann als Ferritin nur bis zu einem gewissem Limit angespeichert werden, als Hämosiderin hingegen kann quasi unbegrenzt viel Eisen " sicher gebunkert" werden. Bei hochgradiger Hämochromatose wird daher sehr viel Eisen als Hämosiderin gespeichert. Braucht der Körper aufgrund der Hämochromatose viel Eisenspeicher, vergrößert er seine Speicherkapazität also nicht nur dadurch, dass er das Speicherorgan Leber vergrößert, wie man bei vielen Hämochromatose-Patienten sieht, sondern benutzt Hämosiderin als "Speicher ohne Limitbeschränkung".

Ferritin ist viel leichter für die Blutbildung zu mobilisieren als Hämosiderin.
Daher wird zu Beginn der intensiven Aderlässe zuerst hauptsächlich Ferritin mobilisiert und wenig Hämosiderin. Erst später im Verlauf der Aderlasstherapie kehrt sich das um, dann wird mehr Hämosiderin mobilisiert und wenig Ferritin.
Das ist - neben evtl leberbedingter Ferritinerhöhung -auch einer der möglichen Gründe, warum Ferritin zu Beginn der intensiven Aderlässe zügig absinkt und im späteren Verlauf aber viel langsamer, weil dann hauptsächlich das nicht im Serumferritin messbare Hämosiderin "dran" ist.
Aus dieser Sichtweise ergibt sich, dass Ferritin bei zu Beginn der Aderlässe hochgradiger Eisenüberladung erstmal ziemlich absinken muss, um die überschüssigen Eisenreserven in Form von Hämosiderin zu "erwischen". Bei Ausgangsferritin 1800 mg/ml ist bei C282Y Homozygotie von hochgradiger Eisenüberladung auszugehen.

So jetzt meine Frage, mit dem Ferritin bin ich nach den nächsten zwei Aderlässen im Normbereich. Nur das Eisen und die Sättigung wollen nicht wirklich runter. Mein Arzt meinte relevant ist das Ferritin und die anderen Werte können durchaus auf dem hohen Level bleiben und werden evtl. nicht sinken. Könnt ihr das so bestätigen? Mal angenommen das Eisen bleibt so hoch, kann das nicht gesundheitliche Probleme zur Folge haben?

EASL- Leitlinien für die klinische Praxis 2010 der
European Association for the Study of the Liver
aus meiner deutschen Inhaltsangabe, mehr hier: : magic_viewtopic.php?f=3&t=1826
Endpunkt der Aderlasstherapie bei C282Y-homozygoter Hämochromatose
Es gibt keinen evidenzbasierten Zielpunkt der Aderlasstherapie. Die existierenden Empfehlungen basieren
auf dem theoretischen Argument der Notwendigkeit eines Eisenmangels, um das Gewebeeisen auf normale
Level zu bringen. Und darauf, dass ein festgelegter Zielpunkt besser sei als eine Festlegung auf "normale
Serumferritinkonzentration", weil dies zu variabler Auslegung und variabler Handhabung führen könnte.
Klinischer Standard ist ein Zielpunkt von Serumferritin <50 ng/ml.


Eine hohe Transferrinsättigung kann je nach Ferritin in der intensiven Phase zweierlei bedeuten.
1. Ist Ferritin noch deutlich über der Vermutung, dass die überschüssigen Eisenspeicher entleert sind, z.B. über den obengenannten 50 ng/l,
so deutet eine hohe Transferrinsättigung auf noch nicht vollendete intensive Phase hin, sprich ärztlicher Standard wäre, mit den Aderlässen bei sonst gesundheitlich guter Aderlassfähigkeit weiterzumachen, bis die 50 ng/ml erreicht sind. Manche Ärzte entleeren die Eisenspeicher auch bis 20 ng/ml, wobei Eisenmangelsymptome vermieden werden sollten, es ist also ein Herantasten.
Je erfahrener ein Arzt mit der Aderlasstherapie ist, desto besser.

2. Ist Ferritin bereits niedrig und eine schon niedrig gewesene Transferrinsättigung schnellt in die Höhe, deutet dies auf eine zu aggressive Aderlasstherapie hin. Der Körper giert eisenmangelbedingt bereits nach Eisen und man sollte dann auf keinen Fall wegen einer hohen Transferrinsättigung weitere Aderlässe machen, sondern Ferritin etwas steigen lassen.
Das ist aber bei Dir nicht der Fall, wenn Dein Ferritin noch bei 400 ng/ml liegt.
Wie gesagt, ärztlicher Standard ist laut der Leitlinien, Ferritin bis 50 ng/ml zu senken. Sicher wird bis dahin auch die Transferrinsättigung weiter absinken, insofern ist eine hohe Transferrinsättigung bei noch hohem Ferritin in der intensiven Aderlassphase als ein Anzeiger zu sehen, dass man mit den intensiven Aderlässen weitermacht. Besprich das mal mit Deinem Arzt, falls er jetzt schon mit den Aderlässen stoppen will und nicht erst bei z.B. 50 ng/ml (wird mir nicht ganz klar aus dem Text).

Grundsätzlich gesprochen gibt immer der Ferritinwert Ausschlag für einen nächsten Aderlass, wobei eben die Transferrinsättigung auch eine Bedeutung als Hinweisgeber haben kann in Zusammenschau mit dem Ferritin.
Bei manchen Menschen bleibt die Transferrinsättigung in der Erhaltungsphase weiterhin recht hoch, bei anderen nicht, das ist unterschiedlich und hat vermutlich keine wesentliche Bedeutung, wenn weder Eisenmangel noch Überschuss vorhanden ist.
(Dem Serumeisen allein, aus dem sich zusammen mit Transferrin die Transferrinsättigung errechnen lässt, würde ich keine Bedeutung für einen Aderlass geben.)

Liebe Grüße

Lia
Benutzeravatar
Lia
Alter Hase
Alter Hase
 
Beiträge: 5412
Registriert: Mo 15. Mär 2004, 17:08

Re: Blutwerte

Beitragvon peter2709 » Mi 31. Aug 2016, 14:41

Hallo Lia,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich habe mal meinen Verlauf als Anhang angefügt. Kannst du dir diesen enormen Anstieg des Ferritins nach einer siebenwöchigen Aderlasspause erklären und auch das dieser nach den letzten drei Aderlässen nicht merklich gesunken ist? Mein Arzt meint die Pause war evtl zu lang. Die Leberwerte sind sonst alle im grünen Bereich, speziell ASAT und ALAT.

Gruß Peter
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
peter2709
Frischling
Frischling
 
Beiträge: 2
Registriert: Fr 12. Aug 2016, 11:43


Zurück zu Eisenüberladung und erbliche Hämochromatose

Wer ist online?

Mitglieder: Bing [Bot]