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Hummus (Kichererbsen) - wie problematisch?

Hier könnt Ihr alles reinschreiben, was mit Eisenüberladung und hereditärer Hämochromatose zu tun hat

Hummus (Kichererbsen) - wie problematisch?

Beitragvon nyrk » So 26. Jan 2020, 21:14

Hallo liebes Forum,

Ich habe seit 2013 Aderlässe wegen Hämochromatose und komme zeitmäßig im Großen und Ganzen mit 3-Monats-Intervallen recht gut zurecht, wobei bei mir leider die Venen immer wieder eine Hürde darstellen. Ich überlege daher schon immer wieder, die Eisenaufnahme über die Ernährung zu reduzieren, auch wenn ich weiß, dass ein Aderlass wesentlich wirksamer ist als eine eisenarme Ernährung. Auch ist mir bewusst, dass das Eisen aus rotem Fleisch besonders stark resorbiert wird, noch stärker in Kombination mit Vitamin C, und dass Eisen aus pflanzlichen Quellen ein vergleichsweise geringes Problem darstellt.
Nun habe ich aber meine liebe zum Hummus (Kichererbsenpüree) neu entdeckt und gesehen, dass Kichererbsen offenbar pro 100g mehr Eisen haben als etwa Rindfleisch. Da ich wortwörtlich täglich Hummus (zumindest als Beilage) essen könnte, und ich durchaus 200g (Abtropfgewicht) davon verdrücke, wüsste ich nun gerne, ob ich mich hier zurückhalten sollte, oder ob die Aufnahme von Eisen aus diesem pflanzlichen Lebensmittel im Vergleich etwa zu rotem Fleisch, dessen Konsum ich ohnehin weiter reduzieren möchte, tatsächlich so gering bzw. gar vernachlässigbar ist.

Mit anderen Worten: Darf ich mich im Hummus eingraben, bis ich eines Tages nichts mehr von ihm wissen will, oder sollte ich Maß halten? :D

Vielen Dank schon einmal für eure Antworten!


Liebe Grüße,
Alex
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Re: Hummus (Kichererbsen) - wie problematisch?

Beitragvon Lia » Sa 1. Feb 2020, 14:53

Hallo Alex,

der Körper kann Eisen tierischer Herkunft viel deutlich besser aufnehmen als pflanzliches Eisen. Kichererbsen und Tahini (Sesam) enthalten beide viel Eisen. Zudem kommt oft noch frische Zitrone dazu, sprich Vitamin C, was die Eisenaufnahme ebenfalls erhöht. Kichererbsen haben meines Wissens aber auch reichlich Ballaststoffe, was wiederum die tatsächliche Eisenaufnahme evtl. wieder etwas herabsetzen dürfte. Allerdings empfiehlt die Hämochromatose-Ernährungsbroschüre der Uni Wageningen, die Aufnahme von sehr eisenreichem Gemüse zu begrenzen auf z.B. 1 mal die Woche und es sollte nicht zusammen mit Fleisch zusammen gegessen werden. (Ich selbst esse gerne alle möglichen Gemüse und mich schert es nicht, mir ausgerechnet die besonders eisenhaltigen Gemüse auszusuchen. Scheint fast so, als wäre mein Körper auf besonders eisenreiche Kost programmiert, weil er ja aufgrund der Mutation fälschlicherweise denkt, es wäre Eisenmangel...:) )

Man könnte den Speiseplan entsprechend gestalten: Kichererbsen zugleich mit eisenhemmenden calciumhaltigen Sachen ergänzen, z.B. finde ich Kichererbsensalat oder Bohnensalat mit Feta lecker oder mit bulgarischem Büffelkäse. Auch Ziegenkäse, vorausgesetzt man mags :) , schmeckt zu Bohnen und Kichererbsen. Oder irgendwas aus Joghurt angemacht steht neben dem Hummus aufm Tisch.
Hier eine Tabelle zum Kalziumgehalt von Nahrungsmitteln: https://www.gesundheitsinformation.de/w ... 92.de.html
Tee oder Kaffee zur Mahlzeit eingenommen, kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen (non-Häm) ebenfalls hemmen. Will man diesen Effekt, sollte das Getränk gleichzeitig mit der Mahlzeit eingenommen werden (oder wenigstens direkt im Anschluss), denn schon nach 1 Std nach dem Essen ist dieser eisenhemmende Effekt deutlich gedämpft.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wann eine eisenarme Ernöhrung überhaupt sinnvoll ist.
Eisenarme Ernöhrung ist wichtig bei hochgradig eisenüberladenen Menschen, wenn sie aus best. Gründen keine Aderlässe machen können + eisenbindende Medikamente nicht vertragen. Bei diesen wenigen Patienten muss man schauen, dass möglichst wenig überschüssiges Eisen ins System kommt.
Auch bei einem schwer organkranken Patienten in intensiver Aderlassphase bedeutet jeder Aderlass eine Belastung, die Leber ist evtl von Zirrhose unmittelbar bedroht oder im Anfangsstadium einer Zirrhose. Unmittelbar nach jedem Aderlass kurbelt der Körper die Eisenaufnahme an, man nimmt mehr Eisen auf als ohne Aderlass. Da würde ich ebenfalls auf gesunde und an die Lebererkrankung angepasste Ernöhrung und auf eher eisenarme Kost achten, zumindest unmittelbar nach den Aderlässen.
Bei Hämochromatose-Disposition ohne gravierende Organerkrankung in Erhaltungsaderlässen ist eisenarme Ernährung nicht so wichtig, eisenarme Ernährung spart höchstens 1-2 Aderlässe pro Jahr. Wenn man sich eisenarm ernährt, besteht das Risiko von einseitiger unausgewogener Ernährung und Nährstoffmangel.
(Bei einer jungen gesunden Frau mit starker Monatsblutung und Hämochromatose-Disposition ist eine eisenarme Ernöhrung evtl gar nicht gesund. Immer, wenn im Körper ständig mehr Eisen verloren geht als reinkommt, kann es zu Eisenmangel kommen...)

Mit anderen Worten: Darf ich mich im Hummus eingraben, bis ich eines Tages nichts mehr von ihm wissen will
Du darfst dich auch täglich mit Hummus plus Steak eingraben -bräuchtest vermutl. 1-2 Aderlässe mehr im Jahr. :) Oder Du gräbst dich mit Hummus und Milchprodukten usw. ein, dann bunkerst Du nicht so viel Eisen :)

Ich krieg jetzt Hunger....ratet mal worauf.. :D

Liebe Grüße

Lia
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Lia
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Re: Hummus (Kichererbsen) - wie problematisch?

Beitragvon nyrk » Mi 12. Feb 2020, 13:52

Hallo liebe Lia,

Mit einiger Verspätung ein herzliches Dankeschön für deine ausführlichen Erklärungen! Ich freue mich über diese vorsichtige "Entwarnung" hinsichtlich des ausgiebigen Hummus-Schlemmens!

Zu Hummus esse ich meistens Joghurt, oder ich mische etwas Topfen (Quark) hinein, also dürfte ich bereits etwas zur Eisenhemmung getan haben. Auf den Spritzer Zitronensaft kann ich verzichten, und Fleisch reduziere ich wie gesagt prinzipiell bereits, vor allem rotes. Manchmal esse ich ein wenig Huhn dazu, aber ohnehin alles in Maßen, und der Anteil an Gemüse hat bei mir allgemein deutlich zugenommen.

Dass Aderlässe weit mehr bewirken als eisenarme Ernährung, war mir bewusst, doch habe ich mit Aderlässen leider Probleme, da meine Venen sich offenbar gerne verstecken, und dann wird herumgestochert, bis ich das Bewusstsein verliere (das passiert mir beim Aderlass leider tatsächlich immer wieder). Daher versuche ich, den Eisen-Input trotz der vergleichsweisen geringen Relevanz der Aufnahme zu reduzieren, um die Intervalle beim Output/Aderlass zu strecken - 1-2 Aderlässe weniger pro Jahr, das ist für mich persönlich schon ein sehr guter Grund, den Steak-Konsum zu reduzieren (ganz abgesehen von tierethischen Gründen und Umweltschutzgründen, die mir auch alles andere als egal sind).


Ich finde es super, dass es dieses Forum gibt! Ihr habt mir 2013, als ich von meiner HC erfahren habe, ein wenig von meiner anfänglichen Angst genommen und mir sehr dabei geholfen, diesen Gendefekt besser zu verstehen.


Nochmals danke, und liebe Grüße aus Wien!

Alex
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Re: Hummus (Kichererbsen) - wie problematisch?

Beitragvon Lia » Sa 15. Feb 2020, 20:49

Hallo Alex,

danke für die nette Rückmeldung! Joghurt, Topfen ....klingt sehr gut und lecker! :ham :D
Guten Appetit!

Liebe Grüße

Lia
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